Schließen

Vereinszweck erfüllt – Fördergesellschaft löst sich auf

Fördergesellschaft Münch-Ferber-Villa löst sich auf – Restvermögen wird der Stadt Hof zur Pflege des Gebäudes übergeben

Hof, 17.11.2017 – Die im Jahr 2008 gegründete Fördergesellschaft zum Erhalt der Hofer Münch-Ferber-Villa hat sich aufgelöst und ihr Restvermögen zweckgebunden an die Stadt Hof übergeben. Dr. Boris Rapp, zuletzt Vorstand der Gesellschaft, erklärte bei der Scheckübergabe an Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner: „Mit der großartigen Sanierung der damals einsturzgefährdeten Industriellenvilla ist unser Vereinszweck erfüllt. Die Fördergesellschaft hat zum Erhalt dieses einmaligen Baudenkmals einen großen Anteil geleistet, wir können sehr zufrieden sein.“ Engagierte Bürgerinnen und Bürger hatten in den Jahren 2008 bis 2012 durch die Sammlung von Spenden und durch viel eigenes Engagement insgesamt rund 360.000 EUR zusammengetragen und damit den fördernotwendigen Eigenanteil der Stadt Hof gestellt. Das 3,6 Mio. EUR teure und spektakuläre Sanierungsprojekt wurde durch dieses Engagement erst möglich. Die Bauarbeiten an der Villa konnten 2012 abgeschlossen werden.

Die Münch-Ferber-Villa in der gleichnamigen Hofer Straße wird seither für das „Forum Gesundheit“ genutzt. Die drei hochfränkischen Kliniken veranstalten unter diesem Namen Fachvorträge zu vielen Gesundheitsthemen und auch Selbsthilfegruppen treffen sich in den edlen Räumlichkeiten.  Auch als Ort für Hochzeiten in stilvollem Ambiente hat sich die Villa mittlerweile fest etabliert. Die klassische Gartenanlage lädt zudem auch zum Verweilen oder auch zum einen oder anderen Konzert im Sommer ein.

Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner unterstrich die Leistung der nun aufgelösten Gemeinschaft: „Die Stadt Hof lebt vom bürgerschaftlichen Engagement. Sie haben nicht nur ein Kleinod wiederhergestellt und gleichzeitig ein neues Aushängeschild unserer Stadt geschaffen. Die Fördergesellschaft hat ein Musterbeispiel dafür gegeben, was die Hoferinnen und Hofer gemeinsam erreichen können. Sie stehen damit in einer großartigen Tradition. Wir danken Ihnen nochmal herzlich für die investierte Arbeit, die sich letztlich so sehr gelohnt hat.“

Das Restvermögen der Fördergesellschaft von insgesamt etwas über 10.000 EUR fließt nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist zweckgebunden an die Stadt Hof. Es dient ausschließlich der Pflege des Gebäudes und der Gartenanlagen.

Hintergrund:

Die Geschichte des Gebäudes ist sehr wechselhaft: Der Hofer Textilunternehmer und Kommerzienrat Walther Münch-Ferber ließ für sich und seine Familie 1888 eine Villa im Stile des italienischen Klassizismus erbauen. Sie war im Jahr 1889 nach nur einem Jahr Bauzeit bezugsfertig. Zunächst war sie 46 Jahre lang glanzvoller und repäsentativer Wohnort der Familie ihres Erbauers. Nach dem Verkauf der Villa durch seine Erben wechselten immer wieder die Besitzer. Mitte der 90er Jahre konnte der letzte Besitzer, eine Immobilienfirma, keine tragfähige Nutzung finden. Das Gebäude stand leer und verfiel immer mehr. Ein Insolvenzverwalter war schließlich für die Bauruine zuständig. Im Jahr 2008 kam Bewegung in das Schicksal der Villa. Der damalige Chefredakteur der „Frankenpost“, Johann Pirthauer, der „KulturKreis Hof“ mit Dr. Gisela Strunz an der Spitze, der Oberbürgermeister der Stadt Hof und die Denkmalschutzbehörden setzten sich für die Rettung der historisch wertvollen Villa ein. Geldgeber wurden gefunden und tatkräftige Persönlichkeiten aus der Region gründeten die „Fördergesellschaft Münch-Ferber-Villa e.V.“. Gemeinsam mit einem Beirat aus engagierten Bürgern entwickelten sie ein tragfähiges Nutzungskonzept und planten und begleiteten alle Maßnahmen für die Renovierung der Villa und die Finanzierung der Baumaßnahmen. Die sanierte Villa wurde im Jahr 2012 an die Nutzergemeinschaft „Forum Gesundheit“ übergeben und erstrahlt seither in neuem Glanz als Schmuckstück klassizistischer Architektur aus der wirtschaftlichen Blütezeit der Stadt Hof.

Gruppenbild: v.l. Klaus Degner, Esther Zwurtschek, Dr. Gisela Strunz, Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, Dr. Boris Rapp, Werner Mergner, Heinz Schremmer, Altoberbürgermeister Dr. Hans Heun, Notar Dr. Michael Bernauer;